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Delegieren kann man lernen. Wir zeigen, wie es einfach geht.

„Bis ich es erklärt habe, habe ich es schneller selbst erledigt.“


Vor ein paar Wochen begleitete ich eine Teamleiterin, die erst seit einigen Monaten in der Leitungsposition ist. Fachlich ist sie sehr kompetent und engagiert. Gleichzeitig arbeitete sie ständig am Limit. Die Tage waren voll, die To-do-Liste wurde immer länger und für die eigentlichen Führungsaufgaben blieb kaum Zeit.


Als wir genauer hinschauten, wurde schnell etwas deutlich: Sie machte vieles selbst, delegierte kaum Aufgaben an ihr Team. Nicht, weil sie es nicht wollte. Viel eher weil sie überzeugt war, dass viele Aufgaben bei ihr schneller und besser erledigt würden. Ganz nach dem Motto „Bis ich jemandem erklärt habe, wie es geht, habe ich es schneller selbst erledigt.“


Ein Gedanke, den viele Führungspersonen kennen. Kurzfristig mag das sogar stimmen. Langfristig führt es jedoch oft dazu, dass Führungspersonen überlastet sind, während das Potenzial im Team ungenutzt bleibt. Mitarbeitende werden möglicherweise sogar leicht frustriert, weil sie den Eindruck bekommen, der Chef resp. die Chefin könne nicht loslassen und sei ein Mikromanager. 


Neue Führungskraft delegiert Aufgaben erfolgreich an ein motiviertes Team.
Delegieren kann man lernen. Wir zeigen, wie es einfach geht.


Warum vielen Führungspersonen anfänglich das Delegieren schwerfällt


Delegieren klingt einfach. Ist man jedoch neu in der Führung, ist Delegieren in der Praxis oft recht anspruchsvoll. Hinter fehlendem Weitergeben von Aufgaben steckt selten mangelndes Wissen. Viel häufiger sind es innere Überzeugungen und Gewohnheiten, die uns zurückhalten.


Typische Gedanken sind:

  • Ich mache es schneller selbst.

  • Niemand kann das so gut wie ich.

  • Wenn ich abgebe, verliere ich die Kontrolle.

  • Dann denken meine Mitarbeitenden, ich drücke mich vor der Arbeit.


Besonders Menschen, die neu in einer Führungsrolle sind, geraten hier schnell in einen Konflikt. Oftmals werden Fachpersonen aufgrund ihrer fachlichen Kompetenz und ihrer hervorragenden Arbeitsleistung befördert. Was sie erfolgreich gemacht hat, soll nun plötzlich weniger Raum einnehmen. Das loszulassen, wofür man jahrelang gelobt wurde, fällt natürlich schwer.


Das ist einer der Gründe, warum ein bewusster Rollenwechsel nach der Beförderung so wichtig ist. Als Führungsperson werden Sie nicht mehr primär für die eigene Leistung bezahlt. Ihre Wirksamkeit entsteht durch die Leistung des Teams, welches Sie führen.


Die gute Nachricht: Delegieren kann man lernen


Ja genau: Delegieren kann man lernen. Wir zeigen, wie es einfach geht.


Delegieren bedeutet weit mehr, als Aufgaben zu verteilen. Richtig eingesetzt stärkt Delegation die Selbstständigkeit im Team, fördert die Entwicklung von Mitarbeitenden und schafft Freiraum für die eigentlichen Führungsaufgaben.


Gleichzeitig signalisiert das Weitergeben resp. Verteilen von Aufgaben etwas Wichtiges Ihren Mitarbeitenden gegenüber: «Ich traue dir diese Aufgabe zu und freue mich, wenn du das übernimmst.“


Dieses Vertrauen kann motivieren, Verantwortung fördern und die Zusammenarbeit stärken.


Für Führungspersonen entsteht dadurch Raum für strategische Themen, Mitarbeiterentwicklung, Prioritätensetzung und die vielen Aufgaben, die nur von ihnen wahrgenommen werden können.


Eine Erfahrung aus meiner Zusammenarbeit mit einer frisch beförderten Teamleiterin 


Die Teamleiterin aus der Einleitung dieses Artikels entschied sich, einen Versuch zu wagen. Gemeinsam identifizierten wir einige Aufgaben, die sie bisher aus Gewohnheit stets selbst erledigt hatte. Sie wählte eine Aufgabe aus, die ein Mitarbeitender übernehmen konnte.


Vor der Übergabe investierte sie bewusst Zeit, erklärte den Hintergrund, definierte das gewünschte Ergebnis und vereinbarte einen Zwischenstand.


Nach der Übertragung der Aufgaben auf den Mitarbeiter fielen ihr die ersten Tage durchaus schwer. Ein paar Mal musste sie sich bremsen, nicht einzugreifen oder die Aufgabe wieder an sich zu ziehen.


Einige Wochen später traf ich sie wieder und sie sagte mir: „Die Aufgabe wurde anders erledigt, als ich es gemacht hätte. Aber das Ergebnis war echt gut. Und ich habe gemerkt, wie viel Potenzial in meinem Mitarbeiter steckt.”


Genau darum geht es beim Delegieren. Es geht nicht darum, dass andere etwas exakt gleich machen wie Sie. Es geht darum, gemeinsam gute Ergebnisse zu erzielen. Sie kennen doch sicherlich dieses Sprichwort: “Viele Wege führen nach Rom.” Das gilt auch beim Erledigen von Aufgaben, solange das Ziel für alle klar ist. 


Wie das Delegieren von Aufgaben in der Praxis gelingt


Erfolgreiches Verteilen von Aufgaben beginnt bereits vor dem eigentlichen Gespräch.


Überlege Dir zunächst Folgendes:

  • Ist die Aufgabe überhaupt delegierbar?

  • Kann jemand im Team dadurch lernen oder sich weiterentwickeln?

  • Und wer verfügt aktuell über die passenden Kompetenzen oder das Potenzial, diese Aufgabe zu übernehmen?


Anschliessend braucht es Klarheit. Denn Mitarbeitende können nur Verantwortung übernehmen, wenn sie verstehen, worum es geht. Erkläre deshalb nicht nur die Aufgabe, sondern auch den Hintergrund, das Ziel und die Bedeutung für das Team oder die Organisation.


Besprecht gemeinsam:

  • Was genau soll erreicht werden?

  • Bis wann wird das Ergebnis benötigt?

  • Welche Ressourcen stehen zur Verfügung?

  • Welche Entscheidungsfreiheit besteht?


Ebenso wichtig sind klare Meilensteine und Abstimmungspunkte. Delegieren bedeutet Vertrauen. Vertrauen bedeutet jedoch nicht, sich komplett zurückzuziehen. Führung ist immer auch in gewisser Hinsicht Begleitung.


Wo Du als Führungskraft genauer hinschauen darfst


Wenn Dir das Delegieren schwerfällt, kann sich eine kleine Selbstreflexion lohnen. Stelle Dir dazu diese oder ähnliche Fragen:

  • Welche Aufgaben erledigst Du aktuell selbst, obwohl sie auch von anderen übernommen werden könnten?

  • Wo hält Dein Perfektionismus Dich zurück?

  • Wo möchtest Du die Kontrolle behalten?

  • Und welche Mitarbeitenden könnten durch mehr Verantwortung wachsen?


Oft liegt genau dort der grösste Entwicklungsschritt, sowohl für Dein Team als auch für Dich selbst.


Delegieren ist ein Führungsinstrument


Für Führungspersonen ist das Delegieren von Aufgaben eine grosse Entlastung. Das ist es tatsächlich. Doch vor allem ist das Übertragen von Aufgaben und Kompetenzen ein Instrument zur Entwicklung von Mitarbeitenden. Wer Aufgaben bewusst überträgt, fördert Selbstständigkeit, stärkt Kompetenzen und schafft Vertrauen. Und genau das gehört zu wirksamer Führung.


Reflexionsfrage für Deinen Führungsalltag


Welche Aufgabe erledigst Du aktuell noch selbst, obwohl sie jemand in Deinem Team übernehmen könnte?


Vielleicht ist genau diese Aufgabe Dein nächster Schritt auf dem Weg zu einer wirksameren Führung.


Möchtest Du Deine eigene Führungsrolle bewusster gestalten?


In meinem Coaching-Programm für neue Führungskräfte begleite ich frisch beförderte Führungspersonen dabei, Sicherheit im Führungsalltag zu gewinnen, die eigene Rolle zu klären und den persönlichen Führungsstil zu entwickeln.


In einem unverbindlichen Erstgespräch schauen wir gemeinsam auf Deine aktuelle Situation und darauf, welche nächsten Schritte für Dich sinnvoll sind.



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Hallo, ich bin Lotte Elderhorst

Business Coach & HR Interim Managerin mit einer Leidenschaft für Talententwicklung.


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Business Coach Seminarleiterin HR-Consultant
Lotte Elderhorst - Elderhorst GmbH

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Elderhorst GmbH, Gotthardstrasse 55, 8002 Zürich, Schweiz


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