Emotionen im Berufsalltag: Warum gute Führung bei Ihnen selbst beginnt
- Lotte Elderhorst

- 23. Feb.
- 4 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 3 Tagen
Es ist Montagmorgen, 08:30 Uhr. Sie sitzen im Gespräch mit einer Mitarbeitenden. Eigentlich sollte es um ein Projektupdate gehen. Doch nach wenigen Minuten verändert sich die Stimmung. Die Antworten werden knapper. Der Blick ausweichend. Dann fällt ein Satz, der hängen bleibt:
„Ich habe das Gefühl, egal was ich mache, es reicht nie.“
Für einen kurzen Moment entsteht Stille.
Hier ist nun Ihre Führungskompetenz gefragt. Gehen Sie darüber hinweg – zurück zur Sachebene? Reagieren Sie impulsiv – vielleicht sogar defensiv? Oder halten Sie diesen Moment aus und bleiben präsent?

Viele Führungssituationen eskalieren nicht wegen der Inhalte. Sondern wegen der Emotionen, die unter der Oberfläche wirken – unausgesprochen, aber deutlich spürbar.
Emotionen im Berufsalltag: Warum sie immer mitführen
Emotionen haben im Arbeitskontext lange als störend gegolten. Als etwas, das man kontrollieren oder besser ganz ausblenden sollte. Doch diese Haltung ist überholt. Menschen handeln nicht rein rational. Sie reagieren auf das, was sie wahrnehmen, interpretieren und innerlich bewerten.
Das bedeutet für Ihren Führungsalltag: Jedes Feedback, jede Entscheidung, jede Veränderung löst emotionale Reaktionen aus – ob sichtbar oder nicht. Und genau diese Reaktionen beeinflussen die Motivation, die Zusammenarbeit, das Vertrauen im Team. Emotionen sind damit kein „Soft-Thema“. Sie sind ein wichtiger Wirkfaktor von Führung.
Mögliche Anzeichen für einen unbewussten Umgang mit Emotionen im Berufsalltag sind:
Sie reagieren schneller, als Sie eigentlich möchten.
Sie ärgern sich länger, als es der Situation angemessen wäre.
Sie vermeiden Gespräche, obwohl sie notwendig wären.
Sie fühlen sich innerlich angespannt, obwohl nach aussen alles „funktioniert“.
Führung unter Druck: Die emotionale Realität in KMU
Gerade in KMU ist Führung intensiv. Sie arbeiten nah mit Ihrem Team. Sie kennen die Menschen. Oft sind Beziehungen gewachsen – manchmal über Jahre. Gleichzeitig stehen Sie unter Druck: Ergebnisse liefern, Entscheidungen treffen, Erwartungen erfüllen.
Dieses Spannungsfeld bleibt nicht ohne Wirkung. Es zeigt sich in Momenten wie:
dem schwierigen Feedbackgespräch
dem Konflikt zwischen zwei Teammitgliedern
der eigenen Unsicherheit in einer neuen Rolle
Besonders beim Wechsel in die erste Führungsfunktion wird diese Dynamik spürbar. Die Anforderungen verändern sich – und damit auch die emotionale Belastung.
Viele Führungskräfte versuchen dann, „richtig“ zu reagieren. Doch was oft fehlt, ist etwas anderes: innere Klarheit.
Selbstführung stärken: Dank einer gesunden Selbstregulation zur emotionalen Souveränität
Die wirksamste Führung beginnt nicht im Team. Sie beginnt bei Ihnen selbst. Denn in jeder herausfordernden Situation passiert zuerst etwas Inneres:
Ein Gedanke. Eine Bewertung. Eine emotionale Reaktion.
Und erst danach folgt Ihr Verhalten.
Selbstführung bedeutet, genau diesen Moment bewusst wahrzunehmen. Nicht jede Emotion sofort auszuleben. Aber auch nicht zu unterdrücken. Sondern sich zu fragen: Was passiert hier gerade – und wie möchte ich damit umgehen?
Diese Fähigkeit macht den Unterschied zwischen reaktiver und souveräner Führung.
Emotionale Muster erkennen: Was Ihr Verhalten wirklich steuert
Viele Führungskräfte arbeiten an ihrer Kommunikation. An Gesprächstechniken. An Methoden. Das ist wichtig – aber oft nicht ausreichend.
Denn unter dem sichtbaren Verhalten liegen häufig tiefere Muster. Geprägt durch Erfahrungen, Überzeugungen und sogenannte innere Antreiber. Vielleicht kennen Sie Gedanken wie:
„Ich muss alles im Griff haben.“
„Ich darf mir keine Unsicherheit erlauben.“
„Ich will von meinem Team akzeptiert werden.“
Diese inneren Haltungen wirken im Hintergrund – und beeinflussen, wie Sie führen.
Sie entscheiden darüber,
ob Sie Konflikte ansprechen oder vermeiden
ob Sie klar führen oder zögern
ob Sie Nähe zulassen oder Distanz aufbauen
Nachhaltige Entwicklung beginnt dort, wo diese Muster sichtbar werden.
Emotionen im Team führen: mit Präsenz statt Perfektion
Ihr Team orientiert sich an Ihnen – stärker, als es Ihnen vielleicht bewusst ist. Nicht nur an Ihren Entscheidungen. Sondern an Ihrer Haltung. Wenn Sie in schwierigen Situationen ruhig bleiben, entsteht Stabilität. Wenn Sie Unsicherheit zulassen können, entsteht Vertrauen. Wenn Sie Klarheit zeigen, entsteht Orientierung.
Das bedeutet nicht, dass Sie keine Emotionen zeigen dürfen. Im Gegenteil: Authentische Führung entsteht dort, wo Emotionen bewusst und verantwortungsvoll gelebt werden. Gerade vor dem Hintergrund steigender Anforderungen und wachsender mentaler Belastung wird diese Kompetenz immer relevanter.
Emotionale Kompetenz ist Teil Ihrer Selbstführung
Emotionen im Berufsalltag: Warum gute Führung bei Ihnen selbst beginnt.
Vielleicht gehen Sie gedanklich noch einmal zurück zu der Szene vom Anfang.
Zu diesem Moment im Gespräch. Zu diesem einen Satz. Führung zeigt sich genau dort.
Nicht in perfekt vorbereiteten Situationen. Sondern in den Momenten, die nicht planbar sind.
Die Frage ist nicht, ob solche Situationen entstehen. Sondern wie Sie ihnen begegnen.
Wie bewusst führen Sie sich selbst – wenn es darauf ankommt?
Denn genau hier beginnt wirksame, moderne Führung.
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